Aikido - Was ist das eigentlich?


 
 

Der Name Aikido (合気道) setzt sich aus drei sinojapanischen Schriftzeichen zusammen ( Ai "Harmonie", Ki "Lebensenergie" und Do "Lebensweg". Aikido kann man daher auch als "den Weg zur Harmonie der Kräfte" übersetzen.

 
 

Ursprung und Geschichte

Aikido ist eine japanische Kampfkunst, deren Wurzeln bis in das 12. Jahrhundert zurückreichen. Mit Aiki-Ju-Jutsu, dem Vorläufer des Aikido, verteidigten einst die Samurai einer Fürstenfamilie ihre Provinz. Die Kampfkunst war lange geheim und trat erst später an die Öffentlichkeit. Aus dieser Kampfkunst entwickelte O-Sensei Morihei Ueshiba (1883 - 1969) ein neues System der gewaltlosen Selbstverteidigung. Hierzu wurde die Kampfkunst der Samurai überarbeitet, verfeinert und auf der Basis der Schwertbewegung aufgebaut.

Aikido wird mittlerweile in verschiedenen Interpretationen gelehrt. Je nach Schüler und Zweig haben sich im Laufe der Zeit mehrere Aikido-Lehren entwickelt.

   
O-Sensei-ueshiba

O-Sensei Morihei Ueshiba

Wir beim TV Fürth 1860 orientieren uns an Reiner Brauhardt, 8. DAN Aikido und 3. DAN Iaido, aus Siegen.

Reiner Brauhardt betreibt seit 1968 Aikido, was damals in Deutschland nahezu völlig unbekannt war. Der 1965 aus Japan zurückgekehrte Budo-Meister Gerd Wischnewski war sein erster Aikido-Lehrer. Durch zahlreiche Lehrgänge bei großen (u.a. japanischen) Aikido-Meistern wie: Nocquet, Kobayashi, Yamaguchi, Tamura, Tohei, Asai und Shimizu entwickelte Reiner Brauhardt in den folgenden Jahren seinen Aikido-Stil weiter.

2001 gründete Reiner Brauhardt mit einigen Trainern die Aikido Cooperation International (A.C.I.).

Des weiteren sind wir im Fachverband für Aikido in Bayern (FAB) in der Sektion Jiyu Ryu (freie Schule) organisiert.

   
Reiner Brauhardt

Reiner Brauhardt

Einige Aikido-Lehren
bleiben jedoch stets bestehen:

Aikido ist seinem Charakter nach eine defensive Kampfkunst, es gibt daher auch keine Wettkämpfe wie im Kampfsport.

Beim Aikido wird dem Angreifer grundsätzlich KEIN direkter Widerstand entgegengesetzt, vielmehr wird dessen Energie umgeleitet und in Form von Wurf- und Hebeltechniken gegen ihn selbst angewendet.

Aikido ist für jeden geeignet. Der Einstieg ist einfach und für junge als auch für ältere Interessenten jederzeit möglich.

 
 
 

Dojo-Regeln


 
 

Unser Dojo ist keine Turnhalle, sondern ein Ort der Konzentration, Ruhe und Disziplin. Das Verhalten der Trainierenden im Dojo ist dieser Atmosphäre angepasst.

Das Dojo wird nicht mit Straßenschuhen betreten. Für den Weg von der Umkleide zum Dojo werden saubere Schuhe oder Sandalen (Zori) benützt. Besucher ziehen ihre Schuhe vor dem Dojo aus und verhalten sich während des Trainings ruhig.

Um dem Dojo Respekt zu erweisen, verbeugen sich die Teilnehmer beim Betreten und Verlassen des Dojos in Richtung der Kamiza (Altar/Schrein).

Im Dojo und während des Trainings werden keine Speisen und Getränke verzehrt.

Die Trainierenden erscheinen pünktlich zum Trainingsbeginn. Sollte man einmal zu spät zum Training kommen verhält man sich so ruhig wie möglich und entschuldigt sich für das Zuspätkommen.

Der Aikido Gi sollte immer sauber sein.

Finger- und Zehennägel müssen kurz geschnitten sein.

Schmuck (Uhren, Ringe, Kettchen, Ohrringe, ...) ist vor dem Training abzulegen.

Mobiltelefone etc. müssen vor dem Training unbedingt ausgeschaltet werden.

Zu Beginn und am Ende des Trainings sitzen alle im Konzentrationssitz (Za-ho). Zuerst verneigen sich die Trainer und Schüler vor der Kamiza. Dann die Schüler und der Trainer zueinander.

Muß man während des Trainings das Dojo verlassen, meldet man sich beim Trainer kurz ab.

Bei jedem Partnerwechsel (zu Beginn und Ende der Übung) verneigen sich die Übenden voreinander.

Das Ende einer Übung erfolgt durch einmaliges Klatschen des Trainers, worauf man sich schnell an die gegenüberliegende Seite der Kamiza setzt. Durch zweimaliges Klatschen nach einer Übung wird das Ende des Trainings signalisiert.

Die Anweisungen des Trainers werden rasch und sorgfältig ausgeführt. Wird man vom Trainer persönlich unterwiesen bedankt man sich formell durch eine Verbeugung.

Während des Trainings sind persönliche Freundschaften und Antipathien nicht relevant und man sollte deshalb jedem Mittrainierenden gleich neutral und höflich zuvorkommend sein. Im Umgang mit dem Partner sind Rücksichtnahme und Fairness oberstes Gebot. Höher graduierte Schüler nehmen Rücksicht auf den weniger fortgeschrittenen Ausbildungsstand des Partners. Gegenüber Trainern, Mitschülern und Ausübenden anderer Kampfkünste verhält man sich neutral, freundlich und korrekt.